In der heutigen, global vernetzten Welt sind Kreditkarten quasi nicht mehr wegzudenken. Gerade die Bezahlung von Diensten im Internet ist ohne die kleinen Plastikkarten fast nicht mehr möglich. Wer aus diesem oder anderen Gründen eine für sich passende Kreditkarte sucht, sieht sich jedoch einer Vielzahl verschiedenster Angebote von unzähligen Anbietern konfrontiert. Was alles beim Erwerb einer Kreditkarte zu beachten ist und welche Kosten beziehungsweise Gebühren auf den Kreditkarteninhaber zukommen, soll im Folgenden erläutert werden.

Jahresgebühr

Für die meisten Kreditkarten wird eine Jahresgebühr fällig. Diese kann zwischen 10,- und 50,- Euro betragen und entfällt oftmals im ersten Jahr der Nutzung für Neukunden. Einige Anbieter staffeln die Jahresgebühr nach dem erzielten Umsatz, vor allem, wenn es sich um sogenannte Business Angebote handelt. Erzielt der Kunde einen bestimmten Umsatz verringert sich die Jahresgebühr oder entfällt ganz. Beworben werden diese Angebote dann oft als „kostenlose Kreditkarte“.

Die Jahresgebühr ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, kann jedoch durch spezielle Sonderkonditionen oder Leistungen der Kreditkarte wieder ausgeglichen werden. So gibt es beispielsweise Kreditkarten, mit denen sich beim Tanken 1 Prozent der Tanksumme sparen lässt. Andere Angebote gewähren Nachlässe auf Flugreisen. Werden diese Angebote entsprechend genutzt, summiert sich das eingesparte Geld schnell auf die zu entrichtende Jahresgebühr oder sogar noch höher. Dadurch profitiert der Kunde doppelt.

Effektiver Jahreszins und weitere Kreditgebühren

Wird die Kreditkarte durch eine Abhebung oder einen Kauf belastet, fallen in der Regel Zinsen an, bis das Kreditkonto wieder ausgeglichen ist. Dabei muss jedoch nach unterschiedlichen Kreditkartentypen unterschieden werden.

Charge Cards

Bei einer sogenannten Charge Card fallen keine Sollzinsen an. Das Kreditkartenkonto wird immer zu einem bestimmten Zeitpunkt durch Einzug der kompletten, offenen Summe von einem Girokonto, ausgeglichen.

Debit Cards

Bei Debit Cards fallen ebenfalls keine Sollzinsen an. Jede Belastung des Kreditkartenkontos wird sofort durch Einzug des jeweiligen Betrags von einem Girokonto ausgeglichen.

Prepaid Kreditkarte

Bei der Prepaid Kreditkarte fallen keine Sollzinsen an, da diese ausschließlich auf Guthabenbasis funktioniert. Ist kein Guthaben vorhanden, kann die Karte nicht zur Zahlung verwendet werden.

Revolving Card

Die Revolving Card ist die häufigste Kreditkartenform. Die Kreditkarte kann ganz normal bis zum vereinbarten Limit genutzt werden und wird regelmäßig, beispielsweise einmal monatlich ausgeglichen. Dabei kann der Kreditkarteninhaber entscheiden, ob lediglich ein fester Teilbetrag (z. B. 50,- Euro) oder die gesamte, offene Summe, beglichen werden soll. Für offene Beträge, die über den Rückzahlungstag bestehen, müssen dann Sollzinsen entrichtet werden.

Höhe der Zinsen für die Kreditkarte

Die Höhe der Zinsen für eine Kreditkarte ist in erster Linie von der Bank abhängig. Sie richtet sich jedoch grob nach dem allgemeinen Zinsniveau und liegt etwas über den gängigen Kredit- und Dispozinsen. Aktuell schwankt die Höhe zwischen 10 und maximal 20 Prozent effektiver Jahreszins.

Die Bonität hat insofern Einfluss auf den Zinssatz als dass mit höherem Einkommen spezielle Kreditkarten (z. B. Gold- oder Platincard) erworben werden können, die besonders gute Konditionen, auch im Bereich der Zinsen gewähren. Allgemein lässt sich der Zins für eine Kreditkarte jedoch nicht frei verhandeln.

Berechnung der Zinsen

In der Regel ist die Belastung der Kreditkarte bis zu einem bestimmten Zeitraum zinsfrei. Dieser Zeitraum schwankt je nach Anbieter zwischen einem und bis zu drei Monaten. Wird das Kreditkonto bis zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeglichen, müssen Zinsen auf den offenen Betrag gezahlt werden. Diese werden monatlich auf Jahresbasis errechnet (Betrag * Zins/12 = Zinskosten) und direkt vom Kreditkartenkonto abgebucht.

Kreditrahmen

Der Kreditrahmen richtet sich nach der Bonität und dem Einkommen des Kreditkarteninhabers. Er sollte so gewählt werden, dass er zusammen mit möglichen anderen Dispokrediten drei Nettoeinkommen nicht übersteigt. Hier ist jedoch der Kreditkarteninhaber selbstverantwortlich gefragt, da die Banken in der Regel Kreditrahmen anderer Institute nicht überprüfen.

Verzugszinsen

Bei Kreditkarten können in dem Sinne keine Verzugszinsen anfallen, da Zinsen lediglich dann fällig werden, wenn Rückzahlungsfristen überschritten werden. Sollzinsen und Verzugszinsen sind somit identisch zu betrachten.

Diese Zinsen fallen immer dann an, wenn das Kreditkartenkonto nicht zum jeweiligen Abrechnungszeitraum ausgeglichen ist. Also beispielsweise bei Revolving Cards mit monatlicher Teilrückzahlung, wenn die Teilrückzahlung den offenen Betrag nicht deckt.

Bargeldabhebungsgebühren

Je nach Kreditkartenvertrag kann es bei Bargeldabhebungen zur Erhebung von Gebühren kommen. Die Angebote reichen dabei von unbegrenzten freien Verfügungen an allen Geldautomaten weltweit bis hin zu festen Kosten für jede Abhebung, wenn diese nicht an bankeigenen Automaten getätigt wird. Vor allem, wenn man viel im Ausland unterwegs ist, sollte man diesen Teil des Kreditkartenangebotes genau studieren. Manche Anbieter grenzen den Verfügungsraum zudem ein, beispielsweise nur auf die Eurozone. Bei Interkontinentalreisen wäre die Kreditkarte dann wertlos.

Wenn Gebühren erhoben werden, können diese entweder prozentual oder nominal fällig werden. Bei prozentualer Berechnung werden meist 1-2 Prozent der Auszahlungssumme, mindestens aber ein fixer Betrag, beispielsweise 5 Euro und ein Höchstsatz, beispielsweise 20 Euro berechnet. Die meisten Kreditkartenanbieter bewegen sich in diesem preislichen Rahmen und gewähren 1 bis 5 freie Auszahlungen pro Quartal.

Auslandseinsatzgebühren

Immer wenn die Kreditkarte in einem Nicht-EU-Land zum Einsatz gelangt, also dort, wo der Euro nicht Landeswährung ist, werden sogenannte Auslandseinsatzgebühren fällig. Diese Gebühren werden der Bank von den im Ausland ansässigen Unternehmen, Banken oder Geschäften für die Aufwände bei der internationalen Geldüberweisung (u. a. auch für den Wechsel der Währung) in Rechnung gestellt und von der Bank an den Kreditkarteninhaber weitergereicht.

Die Auslandseinsatzgebühren liegen zwischen 1 bis 2 Prozent der Summe, mit der die Kreditkarte belastet wird, und müssen auf der Kreditkartenabrechnung gesondert ausgewiesen werden.

Auslandseinsatzgebühren bei Internetkäufen

Bei Einkäufen im Internet ist der Geschäftssitz des Internethändlers, bei dem der Kauf getätigt wird, maßgeblich. Liegt dieser in einem EU-Land, welches den Euro als Währung führt, werden keine Gebühren erhoben. Befindet sich der Geschäftssitz jedoch in einem Land mit einer anderen Währung, müssen die Gebühren bezahlt werden. Es lohnt sich daher, vor dem Kauf das Impressum der Internetseite zu studieren, da nicht immer sofort erkenntlich ist, aus welchem Land der Shopbetreiber stammt.