Studienfinanzierung - Finanzielle Unterstützung für Studenten
In der Regel haben Studenten während ihres Studiums nur sehr wenige finanzielle MIttel zur Verfügung. Können die Eltern das Studium nicht komplett finanzieren, bleiben meist nur die Beträge aus dem Kindergeld, teilweise Hilfeleistung der Eltern oder Großeltern und ein paar Einkünfte aus einem Nebenjob. Darüber hinaus besteht aber die Möglichkeit, sich für verschiedene staatliche Hilfen der Studienfinanzieurng zu entscheiden, die, sofern die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt werden, an die Studenten vergeben werden können und sich meist durch keine Verzinsung oder Rückzahlung oder durch sehr günstige Konditionen auszeichnen.
BAföG nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz
Dies kann für manche Studenten durch das sogenannte BAföG möglich sein, eine Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz, welches beim Amt für Ausbildungsförderung schriftlich beantragt werden muss. Es gilt nicht nur für Studenten, sondern auch für andere Auszubildende im schulischen Bildungssystem. Nur betriebliche Ausbildungen sind vom BAföG ausgeschlossen.
Das BaföG, welches nach § 68 SGB I eine Sozialleistung ist, soll dazu dienen, eine Chancengleichheit zwischen allen Studenten herzustellen, so dass es auch einkommensschwächeren Studenten möglich ist, ohne zum Teil mehrere Nebenjobs zu studieren. Das BAföG wird als so genanntes zinsloses Staatsdarlehen bezeichnet, denn die Rückzahlungsmodalitäten sind sehr einfach im Vergleich zu Bankdarlehen. Bei Studenten ist die Hälfte des BAföG ein staatlicher Zuschuss, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen. Bei Schülern wird BAföG als Vollzuschuss gezahlt.
Seit 2001 gibt es eine Deckelung des BAföG, denn die Bezieher müssen maximal 10.000 Euro zurückzahlen, auch wenn der Darlehensanteil höher gewesen ist. Mit der Rückzahlung muss erst 5 Jahre nach Ende des Studiums begonnen werden, so dass genügend Zeit vorhanden ist, um sich ein finanzielles Polster nach Abschluss der Ausbildung aufzubauen. Dabei liegen die Grundraten bei 105 Euro im Monat, wobei 315 Euro quartalsweise zurückzuzahlen sind. Bei höheren Rückzahlungen sind auch hohe Rabatte möglich.
Die Höhe des BAföG ist abhängig von mehreren verschiedenen Kriterien, unter anderem von der Wohnsituation, vom eigenen Einkommen, dem Einkommen eines vorhandenen Ehapartners/ Lebenspartners und dem Einkommen der Eltern. Aktuell liegt der BAföG Höchstsatz für auswertig untergebrachte Studenten bei 670 Euro. Die genaue Höhe ist jedoch abhängig vom genannten Einkommen und Vermögen.
Weitere Informationen: BAföG
Bildungskredit
Bei Studenten, denen das BAföG zur Lebenshaltung nicht ausreicht, besteht noch die Möglichkeit den sogenannten Bildungskredit, der von der KfW vergeben wird, zu bekommen. Förderer ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, eine Bankengruppe.Vorweg ist zu sagen, dass dieser Kredit neben dem BAföG gewährt werden kann. Der Antrag für den Bildungskredit ist beim Bundesverwaltungsamt zu stellen. Dabei muss sich das Studium bereits in einem fortgeschrittenem Stadium befinden, beispielsweise nach erfolgter Zwischenprüfung.
Im Gegensatz zum BAföG ist es beim Bildungskredit das Einkommen und Vermögen völlig unerheblich.
Die Auszahlung erfolgt monatlich, wobei die Höhe je nach Bedarf variieren kann. So ist es möglich monatlich 100 Euro, aber auch die Höchstgrenze von 300 Euro zu erhalten. Der Bildungskredit wird für höchstesns zwei Jahre bewilligt und findet bei 7.200 Euro (24 x 300 Euro) seine Grenze. Darüber hinaus gibt es, außer einer Altersgrenze von 36 Jahren, keinerlei weiterer Einschränkungen.
Beim Bildungskredit wird das Darlehen verzinst. Die Zinsen sind jedoch im Vergleich zu normalen Krediten mit ca.2,5% relativ gering gehalten. Spätestens 4 Jahre nach Auszahlung der ersten Rate muss mit der Rückzahlung begonnen werden. Die Höhe der monatlichen Raten muss hierbei immer mindestens 120 Euro betragen.
Stipendium
Wer eine besondere Begabung oder Fähigkeit hat, kann sich auch für ein Stipendium bewerben. Die ist im Prinzip zuerst einmal nichts anderes als eine finanzielle Unterstützung für besonders begabte Studenten oder Schüler. Das Stipendium allerdings zeichnet sich dadurch aus, dass es in der Regel eine Förderung ist, die nicht zurückgezahlt werden muss.
Ein Stipendium kann neben Studenten auch an Sportler oder Künstler gespendet werden.
Voraussetzung für ein Stipendium ist in der Regel eine vorangegangene Bewerbung des Studierenden. Nach welchen Kriterien die Auswahl der Stipendiaten dann erfolgt, ist unter anderem auch abhängig von der Stiftung oder dem Verein, welches das Stipendium vergibt. Nach der Bewerbung folgt jedoch zumeist ein längeres Auswahlverfahren, bei denen die Bewerber sicherlich auch manche Hürde nehmen müssen.
Oft sind es kirchliche Stipendien, aber es gibt ebenso politische, sportliche, private Organisationen und Firmen, die ein Stipendium vergeben.
Neben den Leistungen während des gesamten Studiums muss der Student im Gegenzug oft auch andere Voraussetzungen erfüllen. So kann es dazu kommen, dass die Organisation eine längere vertraglich geregelte Zusammenarbeit, auch nach dem Studium, erwartet.
Die Höhe des Stipendiums richtet sich häufig an den derzeitigen BAföG - Sätzen, wobei hier viele Ausnahmen zu finden sind.
In der Gesellschaft werden die Stipendien nicht nur positiv bewertet. War es doch eigentlich geplant, Stipendien vor allen an finanziell und sozial niedriger eingestufte Studenten zu vergeben, so ist es in der Realität häufig so, dass die Studenten oft aus einem guten Elternhaus mit hohen Einkommen ausgewählt werden.
Studienabschlusshilfe - Hilfe zum Studienabschluss
Studenten, die sich in der Abschlussphase ihres Studiums befinden, haben außerdem noch die Möglichkeit, die Studienabschlusshilfe zu erhalten. Grundsätzlich kann man vorweg sagen, dass diese nur bewilligt wird, wenn alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden.Die einzige und wichtigste Voraussetzung zum Erhalt der Studienabschlusshilfe ist der nahende Abschluss. Es soll gewährleistet sein, dass die Prüfung innerhalb der nächsten 12 Monate absolviert wird, da dieses Darlehen nur für maximal 12 Monate gezahlt wird. Sollte der Student die Prüfung nicht bestehen, erhält er auch diese Hilfe nicht mehr.
Die Höhe wird anhand des BAföG berechnet, auch bei Studenten die bisher keines erhalten haben. In diesem Fall wird dann die Berechnung genauso erfolgen, wie beim BAföG auch.
Auch dieses Darlehen wird von der KfW gewährt, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und wird verzinst. Der Antrag muss beim BAföG-Amt gestellt werden.
Im Gegensatz zum Bildungskredit muss die Rückzahlung bereits 6 Monate nach der letzten Auszahlung begonnen werden. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Abschlussprüfung des Studiums nicht bestanden wurde.
Bedingung ist auch, dass die Zahlung innerhalb von 20 Jahren beendet sein muss und monatlich mindestens 105 Euro zurückgezahlt werden.
Studentenkredit
Desweiterem können Studenten noch den Studienkredit zur Studienfinanzierung auswählen. Dieses verzinste Darlehen kann, unabhängig vom Einkommen der Eltern bezogen werden. Auch ist es möglich, den Kredit zusätzlich zum BAföG zu erhalten. Die Zinssätze sind zwar variabel, aber bei Vertragsabschluss wird eine Höchstgrenze festgelegt.
Wie lange der Studienkredit bezogen wird, liegt in der Entscheidung des Studenten. So kann die Zahlung entweder nach dem Erststudium oder nach dem 14. Semester beendet werden.
Die Auszahlungsmodalitäten sind sehr einfach und individuell. So ist es nur wichtig, 23 Monate nach Studienende mit der Rückzahlung zu beginnen, monatlich mindestens 20 Euro zurückzuzahlen und die komplette Zahlung innerhalb von 25 Jahren erledigt zu haben.
Voraussetzung für den Studienkredit ist ein Alter bis 30 Jahre und nach einigen Semestern das Erbringen von Leistungsnachweisen.
In der Regel liegt die Höhe des Kredites zwischen 100 und 650 Euro monatlich, je nach Bedarf. Diese Summen werden maximal 14 Semester lang gezahlt.
Es findet vorab keine Bonitätsprüfung statt, auch wird nicht geprüft ob der Bezieher tatsächlich bedürftig ist.
Sehr wichtig ist es noch zu erwähnen, dass die verschiedenen Angebote der Studienkredite sorgfältig zu vergleichen sind, da nicht bei allen Krediten die Modalitäten gleich sind und nicht jede Bank alles fördert.
Möglichkeiten der Studienfinanzierung ausloten
Dank dieser vielen Möglichkeiten, hat jeder Mensch die Möglichkeit ein Studium zu finanzieren. Glücklich können sich natürlich vor allem die schätzen, die es geschafft haben ein Stipendium zu ergattern, da die Studienfinanzierung in diesem Fall besonders einfach ist und nur wenige Kosten auf den Studierenden und/oder seine Eltern zukommen.
Aber auch der Erhalt von BAföG schafft eine angenehme Situation, da es keinerlei Verzinsung gibt, eine staatliche Förderung ist und die Auszahlungsmodalitäten einfach geregelt sind.
Welche Studienfinanzierung sich für wen anbietet, kann nicht pauschalisiert werden, da jede Möglichkeit ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringt und zum Teil an völlig unterschiedliche Bedingungen geknüpft sind.
Aber egal welche Finanzierung nun ausgewählt wird, wichtig ist vor allem, dass Vor- und Nachteile zuvor genau gegenübergestellt und Möglichkeiten geprüft werden, denn nicht immer stimmt das Sprichwort: "Probieren geht über Studieren!"
